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Aoife

Witty Little Knitter

I read fantasy, crime, true crime, lgbt-romance and books written by my favourite comedians. List not necessarily complete.
Sometimes I write for Bibliodaze

Currently reading

Stephen and Matilda
Jim Bradbury
Progress: 52/262 pages
Krieg und Frieden
Michael Grusemann, Leo Tolstoy
Progress: 579/1024 pages
Das Geheimnis des weißen Bandes - Anthony Horowitz, Lutz-W. Wolff Das Buch war zwar nicht schlecht aber leider auch nicht wirklich für mich. Es lässt sich sicher nicht bestreiten, dass Horowitz sich mit dem Holmes-Canon sehr gut auskennt, die Stimme seines Watson ist nicht von der Doyles zu unterscheiden und die Geschichte ist gespickt mit Anspielungen auf die Original-Geschichten. Allerdings war mir das schon fast ein wenig zu viel des Guten. Wenn in fast jedem Kapitel Watson erklärt „Das war ja fast genauso wie damals bei...“ wirkt das auf mich als ob der Autor seine Kenntnis ein bisschen zu sehr raus hängen lässt. Das ist allerdings durchaus noch verzeihlich.Leider hat mich aber die ganze Geschichte einfach generell nicht gepackt. Es ist schwer zu erklären was mir nicht besonders gefallen hat ohne zu viel über die Handlung zu verraten aber der Klappentext verspricht ja schon „eine Verschwörung, die sie in Konflikt mit hochstehenden Persönlichkeiten bringen wird“ und Holmes' „spektakulärsten Fall“ und genau da liegt mein Problem. Für mich passen Sherlock Holmes und großangelegte Verschwörungen einfach nicht zusammen und deswegen hat sich für mich, trotz Horowitz' Fähigkeit Doyles Stil wirklich gut zu imitieren, nie so wirklich das 'Holmes-Feeling' eingestellt, es war eher ein (für mich persönlich eher mittelmäßiger) Krimi, in dem die Hauptfiguren zufällig Holmes und Watson heißen.Für mich ist einfach ein Teil des Reizes der Original-Geschichten, dass es oft um Dinge geht, die eben nicht spektakulär sind, zumindest nicht in dem Sinn das hochgestellte Persönlichkeiten verwickelt sind, höchstens die Art wie das Verbrechen ausgeführt wurde ist herausragend, aber es bleibt doch eine einfache Entführung oder ein Raub. Auf den Leser macht es trotzdem Eindruck, weil Holmes so clever ist und den Leser immer überrascht. Horowitz bemüht sich ein bisschen zu sehr den Leser durch schockierende Enthüllungen und Plot-Twists zu begeistern.Dann ist da noch das Problem, das häufig in historischen Romanen vorkommt: Der Hauptcharakter hat überraschend moderne Ansichten für seine Zeit, die eher in die Zeit in der der Roman geschrieben wurde passen. Auch Watson (und bis zu einem gewissen Grad auch Holmes) hat plötzlich ganz überraschende Ansichten zu einigen Themen. Da wir aber aus den Original-Geschichten wissen, dass Holmes nun mal wenig von Frauen hielt und auch an seine 'Baker Street Irregulars' (Notiz am Rande: Musste das unbedingt mit 'Baker Street Irregulären' übersetzt werden?) nicht all zu viele Gedanken verschwendet hat wenn er sie gerade nicht gebraucht hat wirkt es ein bisschen sehr verzweifelt wenn Watson plötzlich lange Reden schwingt warum er die Themen früher nie ausführlicher angeschnitten hat und das er eigentlich ganz anderer Meinung ist.