how to trace people
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Aoife

Witty Little Knitter

I read fantasy, crime, true crime, lgbt-romance and books written by my favourite comedians. List not necessarily complete.
Sometimes I write for Bibliodaze

Currently reading

Stephen and Matilda
Jim Bradbury
Progress: 52/262 pages
Krieg und Frieden
Michael Grusemann, Leo Tolstoy
Progress: 579/1024 pages
Das späte Geständnis des Tristan Sadler - John Boyne Ich habe Das Späte Geständnis des Tristan Sadler schon seit einer ganzen Weile fertig gelesen aber wusste einfach nicht was ich dazu schreiben sollte. Das hat im wesentlichen zwei Gründe: zum einen lebt dieses Buch davon, dass die Geschehnisse nach und nach aufgedeckt werden. Zuviel zu verraten würde sicher die Freude beim Lesen reduzieren, aber ohne zumindest eine Tatsache aufzudecken die nicht im Klappentext steht ist es schwer überhaupt irgendetwas zu sagen. Zum anderen war ich mir auch Tage nachdem ich das Buch gelesen hatte nicht sicher, ob es mir denn jetzt gefallen hat oder nicht. Ich wusste ehrlich nicht ob mich das Buch enttäuscht oder vielleicht eher überfordert hat.Nun aber der Reihe nach. Wie gesagt ist es schwer eine halbwegs ausführliche Review zu schreiben ohne zumindest ein „Geheimnis“ zu verraten...allerdings ist das eines, dass man schon relativ früh kommen sieht: Im Ausbildungslager verlieben sich Tristan und Will ineinander und beide gehen mit dieser Situation sehr unterschiedlich um. Tristan hat sich in gewissem Sinne mit seiner Homosexualität arrangiert. Er weiß zwar, dass er sie nicht offen ausleben kann, aber er kämpft auch nicht dagegen an. Ganz anders Will. Er versucht mit aller Kraft so zu tun als wäre er nicht anders, stößt Tristan jedes mal weg, wenn sie sich näher kommen. Nun wäre das alleine wahrscheinlich schon genug für einen ganzen Roman. Genauso nehmen die Kriegserlebnisse, die Tristan beschreibt, und die sich sicher nicht vor Im Westen Nichts Neues verstecken müssen, an sich den Leser schon sehr mit. Beides zusammen wäre dann wirklich genug für mich gewesen, aber es war eben nicht alles. Die Geschichte um Tristan und Will wird noch wesentlich komplizierter und ich glaube da lag mein Problem. Ich brauche nicht immer ein Happy End, und hier habe ich sicher keines erwartet aber was dann kam war einfach zu viel für mich.„Zu viel“ ist auch ein gutes Stichwort fürs ganze Buch. Neben der Geschichte um Will und Tristan streift der Autor auch nochmal kurz die Themen Frauenwahlrecht und Kriegsverweigerer und beides wirkt ein bisschen halbherzig, so nach dem Motto „das muss halt auch erwähnt werden, weil es damals ein Thema war.“ und weil Tristans Geschichte noch nicht tragisch genug war, wird in der Mitte des Romans nochmal schnell eine weitere Begegnung mit seinen Eltern eingebaut...da hat sich der Autor in meinen Augen definitiv übernommen.Trotz allem vier Sterne, da ich, nachdem ich zwei Wochen darüber nachgedacht habe, zu dem Schluss gekommen bin, dass das Ende eher nichts für mich persönlich als generell schlecht war.